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[30.07.2009] (rhh)
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VDI benötigt hochverfügbaren Speicher

Wer eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI) in seinem Unternehmen einführen möchte, der sollte auch über die Anpassung der Storage-Infrastruktur nachdenken. Faktoren wie Hochverfügbarkeit und schnelle Zugriffszeiten auf die Daten stehen vorne an – sollten aber auch in den Budgetrahmen des Projekts passen.

Ein sinnvolles Einstiegssystem, um Speicher im Zuge einer VDI zu konsolidieren, ist das Gerät FAS 2050. (Bild: Netapp)
Ein sinnvolles Einstiegssystem, um Speicher im Zuge einer VDI zu konsolidieren, ist das Gerät FAS 2050. (Bild: Netapp)
Wer sich den Storage-Part bei der umfassenden Desktop-Virtualisierung einfach machen möchte, sollte seine verteilten Speichersysteme gleich im Rahmen des VDI-Projekt mit konsolidieren und eine zentrale, durchsatzkräftige Plattform einführen. »Dabei empfiehlt sich eine Architektur in Form eines Unified Storage für SAN und NAS mit zahlreichen Protokollen, einem echten Data Sharing und der Option eines Disaster-Recovery-Szenarios«, erklärt Robert Hasenstab, Product Marketing Manager bei NetApp. »Technologien wie Thin Provisioning, Klonen und mehrfacher RAID-Schutz sind hilfreich, um mit Ressourcen effizient zu haushalten, kontinuierlichen Datenzugriff zu liefern und um die Bereitstellungsprozesse zu beschleunigen«, ist Hasenstab überzeugt.

Entsprechende Aussagen kommen auch vom Virtualisierungs-Spezialisten Parallels: »Für Projekte, die eine hohe Verfügbarkeit erfordern, ist ein SAN von großem Vorteil. Doch wenn es um kleinere Projekte geht, wie etwa die Ausstattung von Schulungsräumen mit einer VDI, um die Einrichtung und Ausstattung von Desktops flexibel und schnell abzuwickeln, kann man leicht auf ein SAN verzichten«, erklärt Tanja Reichartz, Enterprise Marketing Manager für den Bereich EMEA bei Parallels.

Deduplizierung spart auch bei einer VDI Kosten

Ein Backup direkt auf dem Speicher hat unter anderem den Vorteil der schnellen Wiederherstellung von Daten und Desktops. »Durch Deduplizierung lässt sich der Speicherbedarf der virtuellen Desktops als auch der Anwenderdaten deutlich verringern, was sich unmittelbar auf die Kosten auswirkt«, führt der Netapp-Manager aus – und  »Kosteneffizienz und die Rentabilität eines Speicherkonzepts sollte bei VDI-Projekten Beachtung finden. In der Regel ist nicht der Kaufpreis entscheidend, sondern die Folgekosten wie unnötige und nicht auslastbare Kapazität, hoher Managementaufwand und Ähnliches.«

Als begeistert von der Netapp-Technik zeigt sich Lutz Federkeil, System Consultant bei Quest Software, der das Thema Speicheranbindung in einer VDI für ein sehr komplexes Thema hält: »Die Funktion »FlexClone« von den Netapp-Geräten reduziert den Speicherbedarf erheblich und ist im Gegensatz zu reinen Softwarelösungen nach dem Ansatz Golden/Single Image sehr performant.

Cachespeicher müssen Lastspitzen abdecken

Eine technische Besonderheit sieht man bei Fujitsu Technologies. Wenn eine Vielzahl von virtuellen Desktops zu betreiben ist, muss man bei der Dimensionierung des Speichers eines beachten: Es erfolgen viele parallele Zugriffe auf dieselben Daten im Speichersubsystem. Wer das nicht macht, der muss mit Verzögerungen rechnen. Doch die sind Gift, wenn es um die Akzeptanz neuer Technologien – wie etwa einer VDI – bei den Anwendern geht.

Doch dazu empfehlen die Speicherexperten von Fujitsu Technologies den Einsatz von Cachespeichern bei den vernetzten Speichersystemen. Schreib- und Lese-Caches reduzieren die Zugriffszeiten auf häufig benötigte Daten. Wenn der Cache groß genug ist, treten keine Verzögerungen beim Datenzugriff auf. Der Einsatz von Festplatten-Virtualisierung soll zudem sicherstellen, dass sämtliche Festplatten im Array möglichst gleichmäßig ausgenutzt werden und man von den vielen Spindeln im System profitieren kann.

Ausfallsicherheit ist wichtiger denn je

Der zweite wesentliche Aspekt für die Konzeption des Speichers kommt mit der Hochverfügbarkeit ins Spiel. Ein Speichersystem in einem derartigen Szenario darf niemals ausfallen. Denn dann würden alle Benutzer von ihren virtuellen Desktops getrennt werden und sie können nicht mehr auf ihre Daten zugreifen. Das bedeutet für die Konzeption des Speichersystems, dass es keinen Single-Point-Of-Failure haben darf. Wenn redundante Komponenten ausfallen, muss zudem der betreffende Administrator davon informiert werden und sofort die ausgefallene Komponente ersetzen. Zudem bietet sich unter Umständen ein N+1-Cluster-Ansatz für die Speichereinheiten an.

Auch für Jörg Tewes, Client Computing Architect Client/Server Solutions bei Computacenter, gilt die Hochverfügbarkeit als ein entscheidendes Merkmal: »Insbesondere die Spiegelung der Speichersysteme ist wichtig, um bei möglichen Ausfällen die Verfügbarkeit der Applikationen und der Desktops sicherzustellen.«

Frage nach Speichernetzwerk bleibt offen

Bei der Frage nach der passenden Speichernetzwerktechnik – also der Frage SAN oder NAS, später gesellte sich auch noch ISCSI dazu – gibt es keine allgemein gültige Antwort für den Aufbau einer VDI. Es hängt immer sehr stark von den Gegebenheiten beim jeweiligen Anwender ab. Wichtige Parameter sind dabei der Budgetrahmen, die benötigte Speicherbandbreite sowie die eingesetzten Applikationen.

Für eine VDI kommen alle drei Techniken zur Wahl. Ein Fibre-Channel-basiertes SAN wird dabei die beste Performance beim Booten der virtuellen Desktops erzielen. Der Zugriff auf die Benutzerdaten, die in Dateien residieren, wird dagegen am effektivsten mit NAS funktionieren. Dieser Vorteil wird umso größer, je mehr Benutzer in der VDI arbeiten. Eine Art Kompromiss stellt die Version auf ISCSI dar.

Wenn ein Anwenderunternehmen nicht in eine separate Netzwerktechnologie investieren möchte und auch die Verwaltung möglichst einfach bleiben soll, dann passt sie gut. Wichtig ist aber in erster Linie, dass ein konsolidierter Speicher zum Einsatz kommt, die Wahl der Netzwerktechnologie ist dann eher nachrangig.

In dasselbe Horn stößt Mesut Kaptanoğlu, Client Technology Consultant im Global Segment bei Dell: »Virtuelle Plattformen sind auf besonders zuverlässige und leistungsfähige Netzwerkspeicher angewiesen. Das gemeinsame Speichersystem muss intelligente Funktionen wie zum Beispiel Snapshots, Klon-Kopien, Replikation und Online-Migration bereitstellen.« Zusätzlich sollten sich die Kapazität und Leistung der Storage-Infrastruktur nahtlos und unterbrechungsfrei erweitern lassen.

Hier spielt vor allem die entsprechende Zertifizierung des Speichersystems vom VDI-Anbieter eine wichtige Rolle. Wer sich darauf verlässt, erlebt bei der Realisierung keine unliebsame Überraschungen, so Kaptanoğlu weiter: »Entsprechend zertifizierte Systeme können in der entsprechenden Zertifizierungsdatenbank, ähnlich Microsofts HCL, abgefragt werden.« Für die Kombination aus Dell Equallogic und Citrix gibt es eine Dokumentation, ebenso für die Paarung Dell Equallogic und Vmware.

Linked Clones reduzieren den Speicherbedarf

Bei Sun Microsystems macht Iris Musiol, aus dem Produktmarketing für die Desktop Virtualisierung, auf ein potenzielles Skalierungsproblem aufmerksam: »Die Storage-Lösung muss besonders wirtschaftlich sein, da eine Vielzahl virtueller Maschinen vorzuhalten und zu verwaltet sind.« Dabei verweist sie auf die Wirtschaftlichkeit von Funktionen des Solaris-Dateisystems ZFS, wie Snapshots: »Golden Master Images werden durch das Sun Storage 7000 System in beliebiger Anzahl mit Hilfe von Snapshots erstellt und über die Desktop-Virtualisierungslösung Sun VDI 3.0 zur Verfügung gestellt. Zudem arbeitet Sun VDI mit den sogenannten Linked Clones, die alle auf das gleiche Core Image zugreifen. Lediglich die Benutzerapplikation wird dazu genommen und nur das Delta wird im Dateisystem abgelegt.«

Seitens der Hersteller von Desktop-Virtualisierungslösungen bleibt in Sachen Speicheranbindung wenig zu tun. »Aktuelle Storage-Systeme bieten heute Ressourcen und Funktionalitäten in Form nativer Storage Services, die sich als vorteilshaft für den Aufbau von virtuellen Desktop-Umgebungen erweisen«, gibt Daniel Liebisch, Business Development Manager bei Citrix Systems, zu Protokoll. »In Citrix-Umgebungen kann eine einfache  Nutzung dieser Ressourcen durch Schnittstellen zu bestehenden Storage-Systemen gewährleistet werden.«
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