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[30.07.2009] (rhh)
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Virtualisierung auf PCs ist ein zweischneidiges Schwert

Thin Clients helfen, das volle Einsparungspotenzial einer VDI zu realisieren. (Foto: Igel)
Thin Clients helfen, das volle Einsparungspotenzial einer VDI zu realisieren. (Foto: Igel)
Auf dem lokalen Desktop mehrere Betriebssysteme betreiben – das kann einem Anwender mehr Flexibilität bringen, doch für die Systembetreuer wird der Aufwand wesentlich komplexer. Mit der Einführung einer Virtual Desktop Infrastructure dagegen erfolgt eine Zentralisierung der Desktops im Rechenzentrum. Und damit lassen sich Betriebskosten reduzieren – wenn dieses Projekt gut geplant ist.
Der Einsatz von lokaler Desktop-Virtualisierungssoftware wird sich auf breiter Front durchsetzen. Die Hardware eines heutigen PCs mit Quadcore und 64-Bit-Architektur und der Unterstützung von mehr als 4 GByte an Arbeitsspeicher stellt eine hervorragende Voraussetzung für derartige Konfigurationen dar. Microsoft will zudem bei Windows 7 eine Option bieten, die direkt ein zweites Betriebssystem – die Entwickler aus Redmond haben da vor allem das alte und weithin beliebte Windows XP im Sinn – auf einem Rechner erlauben.

Wer nicht so lange warten will und wer vor allem auf gänzlich verschiedene Plattformen wie etwa Linux, Mac OS X oder Solaris auf einem Windows-PC abzielt, dem stehen aber auch heute schon passende Software zur Verfügung. Und die Mac-Anwender müssen sich nicht ausgeschlossen fühlen: Lösungen wie VMware Fusion und Parallels Workstation for Mac sind die besten Lösungen, wenn es darum geht einen Mac mit zusätzlichen Betriebssystemen auszustatten – so zumindest ein Test von Tom Henderson und Brendan Allen auf www.itworld.com publiziert haben.

Desktop-Hypervisoren im Test

Auf der PC-Plattform stehen mit VMware Workstation, Microsofts VirtualPC, Parallels Workstation for Windows und mit Suns Virtualbox  weitere Kandidaten zur Verfügung. Hier lässt sich für wenig Geld – wie bei Parallels und VMware – beziehungsweise kostenlos (Virtualbox  und VirtualPC, aber auch der VMware Server ist kostenlos zu bekommen). Hier haben in dem aktuellen Test VMware Workstation und Parallels Workstation am besten abgeschnitten. Suns Virtual Box soll sich für den normalen Endanwender weniger gut eignen.

VDI-Einsatz erfordert genaue Planung

Notebooks wie die Vostro-Reihe vertragen mehrere Betriebssysteme. (Foto: Dell)
Notebooks wie die Vostro-Reihe vertragen mehrere Betriebssysteme. (Foto: Dell)
In den Unternehmen kann der Einsatz von Desktop-Virtualisierung eine Kostenersparnis bringen. Doch das ist nur dann auf breiter Front der Fall, wenn nicht nur einzelne Systeme eine Standalone-Virtualisierung bekommen, wie das die zuvor genannten Produkte erlauben. Erst der Einsatz einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI) bringt hier den großen Effekt. Dabei fällt auch viel Planungsaufwand an. Ein derartiges Projekt sollte nicht unterschätzt werden (siehe Kasten Planung...).

Wer im Zuge einer VDI-Einführung sich die eigene Server- und Speicherinfrastruktur vornimmt und wer sogar einen Umstieg von Fat Clients zu Thin Clients in Betracht zieht, der kann die meisten Betriebskosten einsparen – hat aber unter Umständen tief in die Tasche zu greifen, um die nötige Hardware zu kaufen.

Planung einer Migration auf eine VDI

Wer den Umstieg auf eine VDI ins Auge fasst, der sollte sich bei anderen informieren, die diesen Schritt bereits vollzogen haben. Systemhäuser wie etwa Computacenter oder Add-On können da mit viel Erfahrungswerten aufwarten. Für ein derartiges Migrationsprojekt empfiehlt sich auf alle Fälle eine ausführliche Planung. Die folgenden sechs Punkte haben sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen:

Ausgangssituation im Unternehmen bestimmen

In der Analysephase gilt es die Vorteile der VDI zu erkennen, die in der jeweiligen Umgebung genutzt werden können. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Benutzerstruktur. Hier muss der IT-Leiter  Fragen angehen wie etwa:

  • Welche Endgeräte kommen überwiegend zum Einsatz?
  • Wie sehen die Benutzerprofile aus?
  • Wie viele Mitarbeiter arbeiten mit mobilen Systemen außerhalb des Unternehmensnetzwerks?
  • Wie verschiedenartig sind die Arbeitsplätze?
  • Welche Anforderungen an die Datensicherheit bestehen (persistente oder nicht persistente Arbeitsplätze)?

Zum anderen sind die wesentlichen Investitionsfragen zu klären, etwa wie die Infrastruktur in Bezug auf Server, Speicher und Netzwerk zu planen ist. Dabei empfiehlt sich in diesem Schritt bereits eine Kalkulation der Einsparungen, um belastbare Aussagen über den ROI treffen zu können. Für den Fall der Aufteilung des VDI-Projekts ist zudem noch die Priorisierung der einzelnen Teilbereiche zu treffen, in denen die VDI eingesetzt werden soll.


Aufstellen eines Funktionskatalogs

Ein Unternehmen muss genau vorgeben, welche Funktionen für die Realisierung einer VDI-Lösung notwendig sind. Danach steht die Entscheidung auf dem Programm, mit welcher Technologie sie am besten zur Verfügung gestellt werden. Hierbei kann es durchaus Funktionalitäten geben, die sich mit einer VDI erst zu einem späteren Zeitpunkt realisieren lassen.

Für diese Problemfälle ist ein Übergangsszenario zu definieren, denn diese Teilbereiche sind unter Umständen noch mit traditionellen Ansätzen zu realisieren. Doch diese Übergangslösung sollte anhand von Aussagen über die Weiterentwicklung der VDI-Lösung so eingeplant werden, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt ganz auf VDI umgestellt wird. Nur so lassen sich alle Vorteile von VDI kostengünstig ausnutzen.


Auswahl der geeigneten Technologie

Wenn die Auswahl der passenden Technologie auf dem Programm steht, betrifft das mehrere Facetten. Zum einen ist die jeweils ideale Virtualisierungslösungen – in vielen Fällen wird das die Betriebssystem-Virtualisierung sein – zu bestimmen. Danach bleibt zu definieren, welcher Connection Broker zum Einsatz kommen soll.

Ein weiteres Design-Kriterium ist die Frage, ob die vorhandenen Desktops sich für den Einsatz als Thin Clients eignen, oder ob neue Endgeräte von einem anderen Hersteller bezogen werden sollen. Aus diesem Blickwinkel ist vor allem das Argument der Abschreibungsdauer zu berücksichtigen.

Im Bereich des Netzwerks gilt es auch, das ideale Übertragungsprotokoll auszusuchen. Ebenso ist die Absicherung der Daten auf den Leitungen für viele Unternehmen ein wesentlicher Aspekt – vor allem wenn gesetzliche Regelungen oder spezielle Vorgaben einzuhalten sind.

Weitere Entscheidungen betreffen die Server- und Storage-Infrastruktur. Dazu ist der Speicherbedarf abzuschätzen und zu klären, wie dieser bereitgestellt wird. Bei der Wahl der einzelnen Komponenten bleibt zu beachten, dass sich diese eventuell untereinander beeinflussen.


Proof of Concept erarbeiten

Wer auf Nummer Sicher gehen will, der sollte in einer klar definierten Testumgebung seine erarbeitete Lösung auf Plausibilität überprüfen. Dabei sind dann auch einige Key-User einzubeziehen und bei ihnen die Akzeptanz der neuen Lösung zu ermitteln.

Mit zusätzlichen Lasttests und Bandbreitentest bekommt der IT-Verantwortliche auch noch ein gutes Gefühl, wie sich die VDI-basierte Lösung unter Real-Life-Bedingungen verhalten wird. Als positiver Nebeneffekt wird sich ein deutlicher Know-how-Aufbau in der IT-Abteilung ergeben. Dabei sollen die gewonnenen Erfahrungen unbedingt wieder in das Grobkonzept eingehen.

Erstellen eines Pilotprojekts

Noch ausführlicher gestalten sich dann die Tests in einer Pilot- oder Testinstallation. Hier werden dann in einem größeren Umfang wie im vorherigen Schritt die Last- und Bandbreitentests durchgeführt. Zudem geht es in diesem Stadium auch an die Integration von mobilen Endgeräten.

Mit den gewonnenen Erfahrungen der Anwender und der IT-Mitarbeiter sollte anschließend das Feinkonzept erstellt und die Projektplanung nachjustiert werden. Weitere Punkte auf der Agenda in diesem Schritt sind die Planung der Betriebs- und Rollout-Prozesse.


Durchführen des Rollouts

Für die Roll-Out-Planung  der VDI-Lösung gilt es, gemäß der verifizierten Planung die Bereiche oder die Abteilungen zu bestimmen, in denen die Umstellung beginnen soll. Hier sind in fast allen Unternehmen passende Stufenmodelle zu entwickeln – ansonsten laufen der Aufwand und die Komplexität aus dem Ruder. Dabei hat die IT-Abteilung die jeweils passenden Benutzerprofile vorzuhalten.

In der Praxis haben sich der Einsatz von Meilensteinen kombiniert mit einer Durchdringungsplanung als sinnvoll erwiesen: So lässt sich jederzeit bestimmen, wie stark die VDI im Unternehmen in den einzelnen Roll-Out-Stufen verbreitet ist.

(nach einer Vorlage von www.vdi-portal.de)

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