Wer den Umstieg auf eine VDI ins Auge fasst, der sollte sich bei anderen informieren, die diesen Schritt bereits vollzogen haben. Systemhäuser wie etwa Computacenter oder Add-On können da mit viel Erfahrungswerten aufwarten. Für ein derartiges Migrationsprojekt empfiehlt sich auf alle Fälle eine ausführliche Planung. Die folgenden sechs Punkte haben sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen:
Ausgangssituation im Unternehmen bestimmen
In der Analysephase gilt es die Vorteile der VDI zu erkennen, die in der jeweiligen Umgebung genutzt werden können. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Benutzerstruktur. Hier muss der IT-Leiter Fragen angehen wie etwa:
- Welche Endgeräte kommen überwiegend zum Einsatz?
- Wie sehen die Benutzerprofile aus?
- Wie viele Mitarbeiter arbeiten mit mobilen Systemen außerhalb des Unternehmensnetzwerks?
- Wie verschiedenartig sind die Arbeitsplätze?
- Welche Anforderungen an die Datensicherheit bestehen (persistente oder nicht persistente Arbeitsplätze)?
Zum anderen sind die wesentlichen Investitionsfragen zu klären, etwa wie die Infrastruktur in Bezug auf Server, Speicher und Netzwerk zu planen ist. Dabei empfiehlt sich in diesem Schritt bereits eine Kalkulation der Einsparungen, um belastbare Aussagen über den ROI treffen zu können. Für den Fall der Aufteilung des VDI-Projekts ist zudem noch die Priorisierung der einzelnen Teilbereiche zu treffen, in denen die VDI eingesetzt werden soll.
Aufstellen eines Funktionskatalogs
Ein Unternehmen muss genau vorgeben, welche Funktionen für die Realisierung einer VDI-Lösung notwendig sind. Danach steht die Entscheidung auf dem Programm, mit welcher Technologie sie am besten zur Verfügung gestellt werden. Hierbei kann es durchaus Funktionalitäten geben, die sich mit einer VDI erst zu einem späteren Zeitpunkt realisieren lassen.
Für diese Problemfälle ist ein Übergangsszenario zu definieren, denn diese Teilbereiche sind unter Umständen noch mit traditionellen Ansätzen zu realisieren. Doch diese Übergangslösung sollte anhand von Aussagen über die Weiterentwicklung der VDI-Lösung so eingeplant werden, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt ganz auf VDI umgestellt wird. Nur so lassen sich alle Vorteile von VDI kostengünstig ausnutzen.
Auswahl der geeigneten Technologie
Wenn die Auswahl der passenden Technologie auf dem Programm steht, betrifft das mehrere Facetten. Zum einen ist die jeweils ideale Virtualisierungslösungen – in vielen Fällen wird das die Betriebssystem-Virtualisierung sein – zu bestimmen. Danach bleibt zu definieren, welcher Connection Broker zum Einsatz kommen soll.
Ein weiteres Design-Kriterium ist die Frage, ob die vorhandenen Desktops sich für den Einsatz als Thin Clients eignen, oder ob neue Endgeräte von einem anderen Hersteller bezogen werden sollen. Aus diesem Blickwinkel ist vor allem das Argument der Abschreibungsdauer zu berücksichtigen.
Im Bereich des Netzwerks gilt es auch, das ideale Übertragungsprotokoll auszusuchen. Ebenso ist die Absicherung der Daten auf den Leitungen für viele Unternehmen ein wesentlicher Aspekt – vor allem wenn gesetzliche Regelungen oder spezielle Vorgaben einzuhalten sind.
Weitere Entscheidungen betreffen die Server- und Storage-Infrastruktur. Dazu ist der Speicherbedarf abzuschätzen und zu klären, wie dieser bereitgestellt wird. Bei der Wahl der einzelnen Komponenten bleibt zu beachten, dass sich diese eventuell untereinander beeinflussen.
Proof of Concept erarbeiten
Wer auf Nummer Sicher gehen will, der sollte in einer klar definierten Testumgebung seine erarbeitete Lösung auf Plausibilität überprüfen. Dabei sind dann auch einige Key-User einzubeziehen und bei ihnen die Akzeptanz der neuen Lösung zu ermitteln.
Mit zusätzlichen Lasttests und Bandbreitentest bekommt der IT-Verantwortliche auch noch ein gutes Gefühl, wie sich die VDI-basierte Lösung unter Real-Life-Bedingungen verhalten wird. Als positiver Nebeneffekt wird sich ein deutlicher Know-how-Aufbau in der IT-Abteilung ergeben. Dabei sollen die gewonnenen Erfahrungen unbedingt wieder in das Grobkonzept eingehen.
Erstellen eines Pilotprojekts
Noch ausführlicher gestalten sich dann die Tests in einer Pilot- oder Testinstallation. Hier werden dann in einem größeren Umfang wie im vorherigen Schritt die Last- und Bandbreitentests durchgeführt. Zudem geht es in diesem Stadium auch an die Integration von mobilen Endgeräten.
Mit den gewonnenen Erfahrungen der Anwender und der IT-Mitarbeiter sollte anschließend das Feinkonzept erstellt und die Projektplanung nachjustiert werden. Weitere Punkte auf der Agenda in diesem Schritt sind die Planung der Betriebs- und Rollout-Prozesse.
Durchführen des Rollouts
Für die Roll-Out-Planung der VDI-Lösung gilt es, gemäß der verifizierten Planung die Bereiche oder die Abteilungen zu bestimmen, in denen die Umstellung beginnen soll. Hier sind in fast allen Unternehmen passende Stufenmodelle zu entwickeln – ansonsten laufen der Aufwand und die Komplexität aus dem Ruder. Dabei hat die IT-Abteilung die jeweils passenden Benutzerprofile vorzuhalten.
In der Praxis haben sich der Einsatz von Meilensteinen kombiniert mit einer Durchdringungsplanung als sinnvoll erwiesen: So lässt sich jederzeit bestimmen, wie stark die VDI im Unternehmen in den einzelnen Roll-Out-Stufen verbreitet ist.
(nach einer Vorlage von
www.vdi-portal.de)