Ralf Schuster, Vertriebsingenieur Storage Solutions, Magirus
Virtueller Speicherplatz hilft Firmen, vorhandene Storage-Ressourcen effizient auszulasten, die Verwaltung zu zentralisieren und zu vereinfachen. Vor allem in Verbindung mit SANs ist Virtualisierung für mittlere und große Unternehmen ein Thema.
Wir sprachen mit Ralf Schuster, Vertriebsingenieur Storage Solutions bei Magirus.
Welche Vorteile bringt die Speichervirtualisierung auf Blocklevel mit sich?
Schuster: Die Blocklevel-Virtualisierung schafft eine logische Sicht auf die Ressourcen im SAN. Sie kann auf unterschiedlichen Ebenen umgesetzt werden und erhebliche Erleichterungen beim Datenmanagement bringen.
Die Block-Virtualisierung ermöglicht dem Administrator die Einrichtung von logischen Speicherbereichen, den LUNs (Logical-Unit-Numbers), unabhängig von der physikalischen Gegebenheit. Durch Zoning konfiguriert und steuert er den selektiven Zugriff der verschiedenen Host-Systeme auf Speicherbereiche im Storage-Pool und ordnet den Speicherbereichen Ports bzw. World-Wide-Name-Adressen zu. Dieser Prozess der Steuerung und Vergabe von Zugriffsrechten ist in Speichernetzwerken ohne Abstraktions-Layer enorm zeitaufwendig.
Welche Marktbedeutung haben Speicher-Grids mittlerweile erlangt?
Schuster: Durch eine Grid-Architektur ist die Performanz und der Speicher nach dem N+1-Prinzip vernetzbar und skalierbar, dies wird durch die steigende Anforderungen an Speichernetzwerke in der Zukunft ein wichtiger Punkt werden. Der SAN-Aufbau in einer Grid-Architektur hat im Moment noch einen gleichen Anteil wie der Aufbau im Cluster-Verbund.
Wie schätzen Sie die Zukunft der Tape-Virtualisierung ein?
Welche Erfahrungen haben Sie in Bezug auf den Return-on-Investment und die Betriebskosten im Storage-Bereich mit Speicher-Virtualisierungs-Projekten gemacht?
Schuster: Speichervirtualisierung ist die Schlüsseltechnologie für eine effektivere Auslastung der vorhandenen Speicherressourcen. Durch die Funktionalität Thin-Provisioning wird die Pre-Allocation von Speicherkapazitäten obsolet. Der Return-on-Investment war beispielsweise bei der Firma Uhlmann bereits mit Abschluss der Installation erreicht. Über 60 Prozent der vorhandenen Kapazität standen sofort für weiteres Wachstum wieder frei.
Speichervirtualisierung ermöglicht den effektiven Einsatz der vorhandenen Hardware und schützt so getätigte Investitionen. Bei Schiesser konnte die vorhandene Umgebung übernommen und so über 50 Prozent der geplanten Investitionskosten gespart werden. Die Firma Oertlinghaus konnte auf vorhandene Speicher-Arrays zurückgreifen und war damit in der Lage, eine echte Vmware- Hochverfügbarkeitslösung (Dual-Path, Dual-Storage) mit geringeren Kosten als dem geplanten Budget zu realisieren.
Wie können die Geschäftsprozesse von der Speichervirtualisierung profitieren?
Schuster: Das richtig verstandene Speicher-Management unterstützt Geschäfts- und IT-Prozesse durch Hochverfügbarkeit, Ausfallsicherheit und die Performance-Steigerung von Anwendungen, wenn die Virtualisierungs-Software auf Storage-Servern aufsetzt und Caching nutzt. Storage- und Server-Virtualisierung ergänzen sich dabei im Geschäftsbetrieb effektiv, ohne beträchtlich höheren Personalaufwand zu verursachen. Die Unternehmen waren in der Lage durch schlichte Parallelisierung der Controller die Performance zu verdreifachen.
Welcher Speichervirtualisierungs-Ansatz bietet aus Ihrer Sicht die meisten Vorteile, um heterogene Speichergeräte zu konsolidieren/integrieren und dann mit einheitlichen Tools zu verwalten?
Schuster: Allgemein betrachtet sollten die zu konsolidierenden Speichersysteme vor allem eine einheitliche und performante Schnittstelle bieten. Dies ist in der Regel ein blockorientiertes Protokoll wie Fibre-Channel, was für die Virtualisierung auf Blocklevel-Ebene spricht.