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[27.08.2009] (kfr)
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Im Interview: Microsoft Deutschland

Ralf Schnell, Technologieberater, Microsoft Deutschland

Virtueller Speicherplatz hilft Firmen, vorhandene Storage-Ressourcen effizient auszulasten, die Verwaltung zu zentralisieren und zu vereinfachen. Vor allem in Verbindung mit SANs ist Virtualisierung für mittlere und große Unternehmen ein Thema.
Wir sprachen mit Ralf Schnell, Technologieberater bei Microsoft.

Welche Vorteile bringt die Speichervirtualisierung auf Blocklevel mit sich?

 Ralf Schnell 
Ralf Schnell
Schnell: Unterhalb des Dateisystems finden Zugriffe auf Speichergeräte auf Blockebene statt. Eine Virtualisierung auf Blockebene kann daher unterhalb des Dateisystems und damit auf einer sehr niedrigen Ebene im Storage-Stack stattfinden. Das führt zu einer weitestgehenden Transparenz der Virtualisierung aus der Perspektive von Applikationen, wohingegen bei der Virtualisierung auf Dateiebene es in seltenen Fällen dazu kommen kann, dass Applikationen damit nicht kompatibel sind.


Welche Vorteile bringt die Speichervirtualisierung auf Filelevel mit sich?

Schnell: Eine Virtualisierung auf Dateiebene ist zum Beispiel beim Einsatz des Distributed-Filesystems gegeben. Während bei der Virtualisierung auf Blockebene in der Regel vollständige Volumes (LUNs) virtualisiert werden müssen, kann auf der Dateiebene wesentlich granularer gearbeitet werden (meist auf Verzeichnisebene). Damit ist diese Art der Virtualisierung potentiell deutlich effizienter. So wird eine Speicher-Virtualisierung auch über WAN-Leitungen hinweg möglich, was auf Blockebene in der Regel nicht möglich ist.

Wie schätzen Sie die Zukunft der Tape-Virtualisierung ein?

Schnell: Bänder dienen vorrangig dazu, gesicherte Daten unabhängig von der Infrastruktur an einem räumlich getrennten Ort zu lagern, entweder zur langfristigen Bereitstellung oder zur Wiederherstellung nach einem Katastrophen-Fall. Eine Virtualisierung von Bändern bedingt deren Abhängigkeit von einer softwaregesteuerten Virtualisierungs-Lösung, die sich in der Regel innerhalb der Infrastruktur befindet. Das wiederum legt nahe, dass Tape-Virtualisierung eher innerhalb der Infrastruktur verwendet wird. Dort jedoch geht es um Aufgaben, die sehr viel kostengünstiger und performanter von Festplatten-Systemen geleistet werden können.

Wie können die Geschäftsprozesse von der Speichervirtualisierung profitieren?

Schnell: Für Geschäftsprozesse sind die Verfügbarkeit von und der schnelle Zugriff auf Daten wesentlich. Dies wird durch redundante physikalische Datenhaltung ermöglicht, die der Speichervirtualisierung in der Regel zugrunde liegt. Die Verfügbarkeit der Daten ist somit unabhängig von der Integrität eines einzelnen physikalischen Speichermediums.
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